Marlene Streeruwitz, Schriftstellerin:

Foto: Yvonne ihmels, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0), (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)
Foto: Yvonne ihmels, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

„In den Jahren seit 1989 ist es nicht gelungen, der kolonialisierenden Politik von Globalisierung und Marktdominanz Einhalt zu gebieten. Wir, hier, haben davon profitiert und ruhige Zeiten wirtschaftlichen Erfolgs erlebt. Dieser Erfolg war durch Ausbeutung von Personen und Ressourcen anderswo erkauft. Es blieb bei der Politik wirtschaftlicher Interessenslagen. Angesichts der, von dieser Politik Vertriebenen, versagen alle Deckbehauptungen von Menschenrechten und Menschenwürde. Es wird Zeit, einen realen Begriff von den Menschenrechten zu fassen und das Überleben und Leben von Personen zu sichern, die – warum auch immer – flüchten. Einsprüche gegen die Gleichheit aller Personen als Grundlage ihrer Berechtigtheit sind antidemokratisch. Solche Einsprüche wollen Personen in Kategorien von Lebensberechtigungen einteilen. Zugehörigkeiten sollen wieder über die Berechtigtheit entscheiden. Es ist absurd, Personen ihren zerstörten Staaten zurückrechnen zu wollen. Und. Eine Hierarchie von Lebensberechtigtheit muß von Anfang an verhindert werden. Wir sind nur einen kleinen Schritt vom Rückfall in die dunkelsten Zeiten des 20. Jahrhunderts entfernt. Es gilt neu aufzubrechen und die jahrzehntelang beschworenen Menschenrechtsgrundsätze der UNO Charta oder der EU Charta auch zu leben. Wir können diesen Aufbruch mitgestalten.“